Archiv der Kategorie: AfD / JA

Michael Sahm – AfD-Politiker zwischen Kulturausschuss und Rassenwahn

vlnr.: Florian Rust, Björn Höcke und Michael Sahm im November 2025 bei der Gründung der AfD Jugend „Generation Deutschland“ in Giessen.

Am 22.01.2026 bestimmte die AfD Bielefeld ihr Fraktionsmitglied Michael Sahm zur Vorsitzenden des Bielefelder Kulturausschusses. Dieser Besetzung wurde am 12.02.26 erfolgreich durch die Fraktionen der demokratischen Parteien des Bielefelder Stadtrats widersprochen, sodass eine neue Besetzung des Ausschussvorsitzes aussteht. Das feministische Naturtrüb Kollektiv hat die Bedeutung des Kulturausschusses für die AfD und die Gefahr einer völkisch-nationalistischen Kulturpolitik schon im Januar benannt. Für die AfD ist die Kultur die Grundlage und Ansatzpunkt ihrer völkisch-nationalistischen Politik, sie ist kein Randthema, sondern zentral. Es geht der Partei um die Veränderung der Gesellschaft von Grund auf, dies beginnt bei Kultur und Bildung. Was wird in Museen ausgestellt? Wie werden Theater gefördert? Welche Veranstaltungen gibt es in der VHS? Welche Perspektiven werden hör- und sichtbar, welche unsichtbar? Wie wird Erinnerungskultur gestaltet? Welche Informationen, Bildungs- und Beratungsangebote sind für wen zugänglich? Wie werden Schulen unterstützt durch kulturelle Angebote? Kultur betrifft viele Bereiche des Lebens ganz alltäglich. Der AfD geht es um die Förderung ihrer völkisch-nationalistischen und menschenfeindlichen Agenda, alles, was nicht darein passt, soll ausgesondert werden. Darum ist die Vergabe des Kulturausschussvorsitzes an Michael Sahm und an jede*n andere*n AfD-Politiker*in gefährlich. Und darum werfen wir einen ausführlichen Blick auf den verhinderten Ausschussvorsitzenden Michael Sahm. Wir zeigen, dass Michael Sahm ein Rassist und Antisemit ist, dass er mit Neonazis zusammenarbeitet und NS-Sprache nutzt. Und das er im Kulturausschuss nichts zu suchen hat. Michael Sahm – AfD-Politiker zwischen Kulturausschuss und Rassenwahn weiterlesen

Aktion Hermannsland – Aktivitäten nach der Scheinauflösung

01.05.25, Suhl: Neonaziaufmarsch organsiert von „Der Dritte Weg“. Mit dabei, mit fünf Personen, die Aktion Hermannsland in weißen Hemden. V.l.n.r.: Dennis Hopp, unbek., unbek., Justin Steiger, Lennard Sanner (Quelle: Pixelarchiv)

Während der Corona-Pandemie versuchen Neonazis gezielt, in der Bewegung der Coronaleugner*innen und Verschwörungsgläubigen neue Interessierte für ihre Gruppierungen zu gewinnen. Sie wittern in der Verunsicherung und Unzufriedenheit bestimmter Bevölkerungsanteile einen idealen Nährboden für neonazistische Agitation. So auch in Ostwestfalen. 2021 tritt eine neue Neonazi-Gruppe mit dem Namen „Aktion Hermannsland“ bei instagram, telegram und später auch tiktok in Erscheinung. Angeführt von Lennard Sanner und seiner Partnerin Ann-Marie Diedrichs aus Horn-Bad Meinberg sammelt sich hier eine einstellige Zahl junger Neonazis aus dem lippischen Umland um Detmold. Die Gruppe kann dem Spektrum der Jungen Nationalisten (JN), der Nachwuchsorganisation der Partei Die Heimat (vormals NPD), zugeordnet werden. Zu den öffentlichen Aktionsformen gehörten vor allem die Inszenierung von Videos für die Social-Media-Kanäle der Gruppe. Dabei griff die Gruppe wiederholt zu Störaktionen gegen linke, antirassistische und prodemokratische Kundgebungen in Detmold und Horn. Bei den entsprechenden Aktionen entrollte die Gruppe Banner mit rassistischen und queerfeindlichen Parolen. Im September 2024 führte die Aktion Hermannsland eine gemeinsame Aktion mit der Gruppe Freischar Westfalen um Daniel Kokott durch, deren Ziel die Verbreitung rassistischer und völkischer Narrative war. Am 12.11.24 fanden bei Sanner und Diedrichs in Horn-Bad Meinberg eine Hausdurchsuchung statt. Zeitgleich fanden auch bei Daniel Kokott (Freischar Westfalen) in Leopoldshöhe, Dario Voss in Bielefeld (Westfalens Erben, Ableger der Identitären Bewegung) und bei einer weiteren Person in Lage Hausdurchsuchungen statt. Gefunden wurden u.a. Schreckschusswaffen, Messer und ein Luftgewehr. Kurz darauf, am 18.11.24, verkündete die Aktion Hermannsland auf TikTok ihre Auflösung. Auflösungserklärungen sind eine beliebte Strategie in der Neonazi-Szene, um staatlichen Repressionen zu entgehen. In aller Regel werden nach der Auflösungsverkündung die Gruppenaktivitäten unter einem neuen Namen oder aber ohne eine öffentliche Namensnennung fortgesetzt. So auch bei der Aktion Hermannsland.

Aktion Hermannsland – Aktivitäten nach der Scheinauflösung weiterlesen

Freischar Westfalen – Rechte Aktivisten aus OWL eifern Identitärer Bewegung nach

Instagram-Account der Freischar Westfalen

Am 15.09.2024 führen sechs rechte Aktivisten in Herford eine rassistische Banneraktion durch. Sie positionieren sich auf dem Banner gegen eine vielfältige und diverse Gesellschaft und stellen einen Kurzfilm ihrer Aktion auf TikTok, Instagram, X (früher Twitter) und Telegram. Die Gruppe nennt sich Freischar Westfalen. Die Polizei ermittelt wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz sowie gegen das Sprengstoffgesetz. Es ist nicht die erste Aktion dieser rechten Kleingruppe, ihre Aktionen laufen immer nach dem gleichen Schema ab. Es geht offenkundig um die Verbreitung rassistischer und queerfeindlicher Positionen. Insgesamt wurden innerhalb der letzten vier Monate sieben Videos von der Gruppe produziert und veröffentlicht. Die Polizei kann zu den Tätern keine näheren Angaben machen. Zeit zu fragen: Wer steckt hinter der Freischar Westfalen? Freischar Westfalen – Rechte Aktivisten aus OWL eifern Identitärer Bewegung nach weiterlesen

Maximilian Kneller: Antifeminist und Nationalist

Maximilian Kneller von der AfD Bielefeld

Der vorliegende Text beschäftigt sich mit dem Nationalisten und Sexisten Maximilian Kneller von der AfD Bielefeld. Kneller ist Beisitzer im Vorstand der Bielefelder AfD um Florian Sander, Bezirkssprecher der JA Detmold, Beisitzer im Vorstand der vom Verfassungsschutz als Verdachtsfall geführten JA NRW und Mitarbeiter der AfD im Landtag von NRW. Er publiziert Texte in verschiedenen neurechten Magazinen wie eigentümlich frei, Krautzone oder Blaue Narzisse. Aber am prägensten für Kneller ist seine Verachtung für Frauen* und sein nationalistischer Chauvinismus. Maximilian Kneller: Antifeminist und Nationalist weiterlesen